Schwimmbahnen Masters im Berliner Schwimmverband  
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DMS-Masters-Finale in Berlin: Rekordflut und kleine Kuriositäten

14.11.2009

Neben unseren drei Berliner Mannschaften mit Heimvorteil - SG Neukölln, BSC Robben und SG Schöneberg - sind in diesem Jahr neun auswärtige Teams zum Finale der DMS-Masters in der SSE am 7.11.2009 eingetroffen.
Während viele Berliner Masters vielleicht schon etwas verwöhnt sind, in diesem tollen und schnellen Becken zu schwimmen (die Berliner Kurzbahn-Meisterschaften und der DMS-Vorkampf hatten unmittelbar zuvor im Oktober hier stattgefunden), fühlten sich die Gäste von der Atmosphäre und den guten Voraussetzungen nahezu beflügelt und so kam es im Gesamtfeld mit den Berlinern zu einer wahren Rekordflut: 32 Deutsche Rekorde, 11 Europarekorde und 1 Weltrekord sorgten für ein absolut hohes Niveau, bescherten Mega-Punktzahlen und ließen unsere beiden Damen in der Auswertung beim Ausfüllen der Rekordanträge ebenfalls zur Höchstform auflaufen!
Der Weltrekord und ein weiterer Europarekord kamen von der SG Neukölln: Oliver Wenzel setzte die neue Marke über 50m Schmetterling in der AK 25 auf 0:23,70 und Brigitte Merten verbesserte in der AK60 über 200m Lagen auf 2:56,50. Tolle Bilanz für Barbara Stubbe von den Robben: bei ihren drei Starts über 50, 100 und 200m Rücken in der AK55 schwamm sie jeweils neuen Deutschen Rekord ( 0:36,39; 1:19,76; 2:52,19)! Ebenfalls für einen Deutschen Rekord gut waren die Leistungen von Joachim Hintze (SGN) AK65 über 800m Freistil in 10:34,23, Bernd Schröder (SGS) AK65 über 100m Freistil in 1:03,41 und Jochen Hanz (SGN) AK30 über 200m Schmetterling in 2:04,03.
Was gab es an Neuerungen bei diesem Finale? Neu war zunächst, dass erstmals ein Landesverband für den DSV als Ausrichter fungierte: der Berliner Schwimm-Verband hatte in Kooperation mit dem bewährten Helferteam der SG Neukölln unter der Regie von Heinz Dekara, über die Grenzen Berlins hinaus als „Heinzi“ bekannt, die Durchführung übernommen, was sich als sinnvolle Symbiose herausstellte.
Neu war auch, dass die qualifizierten Mannschaften keine Kampfrichter stellen brauchten, sondern das komplette Kampfgericht vom Berliner Schwimm-Verband eingerichtet wurde – keine leichte Aufgabe für unseren Kampfrichter-Obmann Peter Porath, da zeitgleich noch andere Wettkampfveranstaltungen in Berlin mit Kampfrichtern bestückt werden mussten. Neu außerdem die etwas ungewöhnlich späte Anfangszeit des Wettkampfes (15.30 Uhr), die sich aus der kurzfristigen Vergabe der Veranstaltung nach Berlin und der Auslastung der Schwimmhalle ergeben hatte. Viele Gäste waren jedoch davon angetan und freuten sich über den freien Vormittag zur Anreise.
Was gab es sonst so am Beckenrand für kleine kuriose Abwechslungen…? Dass ein Schwimmer während seines 400m-Freistil-Rennens nach einer Wende auf der Nachbarbahn auftauchte, verdutzte nicht nur die auf der Bahn agierende Schwimmerin, die wohl kaum mit Gegenverkehr gerechnet hatte, sondern auch unser Schiedsgericht. Besorgt war man auch, als ein Aktiver der AK80 während der 200m Lagen nach den 50m Brust offensichtlich seinen vermeintlichen Zielanschlag tätigte - aber Kampfrichter und aufgeregte Vereinskameraden konnten ihn schließlich überzeugen, die noch verbliebenen 50m Freistil zu absolvieren, so dass außer der Zeit- und Punkteeinbuße dieses keine weiteren Folgen hatte.
Glück dagegen für einen Brustschwimmer, dessen deutlicher Schwimmfehler zwar von mehreren Kampfrichtern diagnostiziert wurde, dessen Disqualifikation aber aufgrund eines Formfehlers in der Formulierung zurückgenommen wurde - nach dem Motto: im Zweifel für den Sportler!
Kleine Belustigung dann noch bei der Siegerehrung: unser „Heinzi“ war sich für den Gag nicht zu schade, außer die drei Erstplazierten auch die Plätze 10-12 mit einer Mannschaftsflasche Sekt zu bedenken - so gingen also die Plätze 4-9 „trocken“ aus, was der guten Stimmung aber sicherlich keinen Abbruch tat und zum gemeinsamen Anstoßen animierte.
Aus jeder Veranstaltung nimmt man etwas mit, so dass wir bereits mit zusätzlichen Ideen die Planung für 2010 aufnehmen werden, da der DSV sich erneut für Berlin als Austragungsort für das DMSM-Finale entschieden hat. Der Vorschlag, aufgrund der örtlichen Gegebenheit von 10 Bahnen in der SSE, statt 12 vielleicht einmal 16 Mannschaften ins Finale zu nehmen, ist mit Sicherheit diskussionwürdig. Immerhin haben sich wie auch schon 2008 nach der Änderung im Schwimmprogramm der DMS-Masters auch in diesem Jahr über 100 Mannschaften bundesweit am Deutschen Mannschaftswettbewerb beteiligt, der für viele Finalisten in Berlin mit herausragenden neuen Bestzeiten seinen Abschluss fand.

Das Endergebnis:
1. mit 23.738 Punkten: SG Stadtwerke München
2. mit 22.369 Punkten: SG Neukölln Berlin
3. mit 21.853 Punkten: Waspo Nordhorn
4. mit 21.003 Punkten: BSC Robben Berlin
5. mit 20.915 Punkten: SG Schöneberg Berlin
6. mit 20.752 Punkten: SG Dortmund
7. mit 20.274 Punkten: SCW Eschborn
8. mit 20.217 Punkten: WSV Speyer
9. mit 19.821 Punkten: SV Poseidon Hamburg
10. mit 19.102 Punkten: SC Wiking Herne
11. mit 18.466 Punkten: SG Mülheim
12. mit 18.434 Punkten: SG Frankfurt

Sabine Schulz

"Heinzi" und Sabine